News aus der Versicherungswirtschaft - Archiv 2012

News aus der Versicherungswirtschaft - Archiv 2012

14.05.2012 Umweltfreundlicher Dachschaden

Photovoltaikanlagen sorgen derzeit für rund drei Prozent der gesamten Stromversorgung in Deutschland, schätzen Fachleute. Insbesondere Eigenheimbesitzer nutzen die Möglichkeit der umweltfreundlichen Energiegewinnung auf dem Dach, die der Staat fördert. Sturm, Hagel oder Schneedruck können den kleinen Stromerzeugern aber einen Strich durch die Rechnung machen. Denn die Reparatur solcher Dachschäden ist nicht gerade billig. Und Schäden an den Photovoltaikanlagen sind nicht durch die klassische Wohngebäudeversicherung gedeckt. Dafür muss eine spezielle Versicherung abgeschlossen werden.

07.05.2012 Versicherungsschutz zum Minijob

Die knapp 7,3 Millionen Menschen mit einem so genannten Minijob sind wie Vollzeitarbeitkräfte gegen Unfälle und Berufskrankheiten versichert, wie die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft betont. Mit der Altersversorgung dagegen sieht es schlechter aus. Für eine Aufbesserung könnte eine betriebliche Altersversorgung sorgen, die sich für Minijobber wie für Arbeitgeber rechnet. Das funktioniert so: Geringfügig Beschäftigte arbeiten zwei bis drei Stunden in der Woche mehr als bisher, erhalten dafür aber keinen Lohn. Vielmehr zahlt der Arbeitgeber dieses Geld direkt in eine Direktversicherung oder eine Unterstützungskasse ein. Auf diesen Altersvorsorgebetrag fallen keine Lohnnebenkosten an, und der steuer- und sozialversicherungsrechtliche Status der Beschäftigten bleibt unangetastet.

25.04.2012 Besser als die Kündigung

Besser als die Kündigung einer Lebensversicherung ist – sofern die Beiträge wirklich nicht mehr gezahlt werden können – nach relativ kurzer Anlaufzeit die Beitragsfreistellung. Sie ist in aller Regel auch besser als der Verkauf der Police. Das zeigt sich schon daran, dass auch die seriösen Policenhändler Preise für den Kauf von Gebrauchtpolicen in Aussicht stellen, die deutlich über den so genannten Rückkaufswerten der Lebensversicherer liegen. Das Geld der Händler muss aber irgendwoher kommen. Tatsächlich steigt die Rendite einer Lebensversicherung zum Ende der Laufzeit deutlich an. Außerdem sind viele Lebensversicherungen noch mit hohen Garantiezinsen ausgestattet, die auf dem Kapitalmarkt schon lange nicht mehr geboten werden.

17.04.2012 Marktkenntnisse zur Wohngebäudeversicherung

Wohngebäudeversicherungen kommen für Feuer-, Leitungswasser-, Sturm oder Hagelschäden an einem Gebäude auf. Das ist Standard. Andere Schäden kämen zwar seltener vor, schreibt das Analysehaus Franke und Bornberg in seinem aktuellen Rating der Wohngebäudeversicherung. Doch diese könnten Hausbesitzer ebenfalls finanziell ruinieren. Die Analysten erwähnen in diesem Zusammenhang Fahrzeuganprall, Kontamination des Erdreichs oder Rohrbrüche auf dem Grundstück. Diese Gefahren seien aber nicht mit jedem Vertrag versichert. Auch sollte die Versicherungssumme so festgelegt sein, dass das Haus nach einem Brand komplett wieder aufgebaut werden kann. Selbst eine so normale Versicherung wie die Wohngebäudeversicherung verlangt also Marktkenntnisse, die ein Makler haben muss und auch hat.

12.04.2012 Elementare Pflicht

Deutschlands Versicherer sind empört: Das Wetter spielt verrückt. Doch 40 Prozent der Bundesbürger sind laut Umfrage des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) der Meinung, dass Wissenschaftler, Politiker und Medien die Folgen des Klimawandels übertreiben. Und so denken sie auch nicht daran, ihre Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen um eine Elementarschadenversicherung zu ergänzen. Daher bemühen sich die Versicherer zusammen mit einzelnen Landesregierungen um Aufklärung. Dabei müsste die Elementarschadenversicherung nur wie vor Jahren in Baden-Württemberg oder in der ehemaligen DDR zur Pflichtversicherung werden, um einen flächendeckenden Schutz zu gewährleisten. Aber die Versicherer finden es wohl schon abschreckend genug, jeden Autofahrer versichern zu müssen. Bei Elementarschäden wollen sie das nicht noch einmal.

27.03.2012 Mehr Pflegegeld

Das gesetzliche Pflegegeld ist zum Jahresbeginn 2012 vor allem für die häusliche Pflege durch professionelle Fachkräfte angehoben worden: in der Pflegestufe I um 10 auf 450 Euro, in der Pflegestufe II um 60 auf 1.100 Euro und in der Pflegestufe III um 40 auf 1.550 Euro im Monat. Wer aber pflegebedürftigen Familienangehörigen zuhause morgens zum Beispiel eine große Grundpflege angedeihen und abends vom Pflegedienst noch zu Bett bringen lässt, kommt mit 1.100 Euro der Pflegestufe II in der Regel nicht aus. Die überschießenden Kosten müssen dann privat aufgebracht werden, im Allgemeinen aus einer nicht üppigen Rente. Denn die Wahrscheinlichkeit, zum Pflegefall zu werden, ist im Alter höher als in der Jugend. Doch gesetzliche Pflegeversicherungen und Pflegeleistungen lassen sich privat aufstocken.

19.03.2012 Schlechter Rat

Die laufende Überschussbeteiligung der deutschen Lebensversicherer, die sich aus Garantiezins und Gewinnbeteiligung zusammensetzt, dürfte für 2012 im Schnitt 3,93 Prozent betragen. Wer das unter den derzeitigen Kapitalmarktbedingungen für seine Kunden erwirtschafte, der mache einen verdammt guten Job, heißt es dazu in „map-fax“ Nr. 52/11. Kritiker raten aber unverdrossen vom Abschluss von Kapitallebensversicherungen ab oder empfehlen sogar deren Kündigung. Wie schlecht solche Ratschläge sind, zeigt sich heute an solchen Lebensversicherungen, die zwischen Juli 1994 und Juni 2000 abgeschlossen wurden. Denn bei diesen Policen beträgt schon der Garantiezins 4 Prozent im Jahr, der für die gesamte Laufzeit garantiert ist. Und die Gewinnbeteiligung kommt noch hinzu.

06.03.2012 Die Mehrheit spart für die Altersvorsorge – zu wenig

„Sparen ist in“, heißt es in der Überschrift zur Herbstumfrage 2011 des Verbandes der privaten Bausparkassen. Dazu hat TNS Infratest über 2.000 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt. Weit vorn in der Gunst rangiert dabei das Sparen fürs eigene Alter. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch das 12. Altersvorsorge-Barometer von J.P. Morgan Asset Management, das die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg erarbeitet hat. Doch sieht man sich die erfassten Sparraten an, erscheint das hohe Lied der Altersvorsorge, das dabei gesungen wird, nicht gerechtfertigt. Denn die größte Gruppe der Sparer, wie sie die GfK aufgeschlüsselt hat, legt eher 50 als 100 Euro im Monat zurück. Mit monatlich 50 Euro stehen nach 25 Jahren und einem angenommen nachschüssigen Zins von 4 Prozent im Jahr aber nur rund 25.000 Euro zur Verfügung. Damit lässt sich keine vernünftige Altersrente finanzieren.

28.02.2012 Verhalten bei Unfällen mit Haarwild

Fünf Tipps für Autofahrer bei Unfällen mit Haarwild hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft zusammengestellt: Die Unfallstelle sollte mit Warnblinklicht und Warndreieck abgesichert und die Polizei alarmiert werden. Eine Wildbescheinigung vom zuständigen Förster oder Jagdpächter wird empfohlen. Fotos vom Unfall sollten gemacht und der Versicherer informiert werden. Ein solches Verhalten ist grundsätzlich sinnvoll. Allerdings sind ohne Kaskoversicherung Fotos vom Unfall nicht wirklich hilfreich, denn die Reparatur des Kraftfahrzeug muss dann selbst bezahlt werden.

06.02.2012 Lebensversicherung ohne Abgeltungsteuer

Eine klassische Lebensversicherung sollte aus steuerlichen Gründen wenigstens zwölf Jahre laufen und bei einem Abschluss im kommenden Jahr nicht vor Vollendung des 62. Lebensjahres des Versicherten fällig werden. Unverändert gilt, dass biometrische Risiken abgesichert sein müssen und ein Mindesttodesfallschutz erforderlich ist, damit das steuerlich günstige Halbeinkünfteverfahren nach § 20 Abs. 1 Nummer 6 Einkommensteuergesetz für Kapitallebensversicherungen angewendet wird. Das und eine schon bei Abschluss garantierte Mindestrente sind auch nötig, damit die ebenfalls seit Anfang 2005 kräftig verbesserte Ertragsanteilbesteuerung für klassische Rentenversicherungen greift.

30.01.2012 Mehr als alle zehn Jahre unter Wasser

Die Minderheit, die in der Zone 4 des von den deutschen Versicherern entwickelten Zonierungssystem für Überschwemmungen, Rückstau und Starkregen (ZÜRS) lebt, bestraft das Leben doppelt. Denn hier bedroht Hochwasser das Haus mehr als nur einmal alle zehn Jahre. Und Versicherungsschutz gegen diese Katastrophe gibt es in aller Regel nicht. In den Zonen 1 bis 3 dagegen bestehen nach Angaben der Versicherer keine Probleme, Versicherungsschutz für die eigenen vier Wände und das Mobiliar zu finden. Doch nur etwa ein Drittel aller Häuser sind in Deutschland gegen diese Gefahren versichert, schätzt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Und sogar nur 16 Prozent schließen in ihre Hausratversicherung einen solchen Schutz ein. Dabei muss man nicht an einem Fluss wohnen, um Hochwasser im Haus zu haben. Ein Starkregen genügt.

09.01.2012 Privater Ruhestand folgt dem gesetzlichen

Die Anhebung der Altersgrenzen für den gesetzlichen Ruhestand geht an der privaten und betrieblichen Altersvorsorge nicht spurlos vorbei. So dürfen Versicherungsverträge, die im kommenden Jahr abgeschlossen werden, nicht mehr vor Vollendung des 62. Lebensjahres der Versicherten regulär fällig sein, soll die günstige Halbeinkünftebesteuerung gewahrt bleiben. Und das gilt auch für Riester- und Basisrenten sowie bei Vertragsänderungen bestehender Verträge, sofern ein Neubeginn der Mindestvertragsdauer von zwölf Jahren damit verbunden ist. Wer den regulären Ablauf seiner Altersvorsorge vom 65. auf das 67. Lebensjahr verschieben will, dem drohen dagegen keine steuerlichen Nachteile.


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